Historisches zum Schloß Merchingen
- Das Schloss und seine Herren -

Das Schloss zu Merchingen ist das größte zusammenhängende Schlossgebäude im Neckar-Odenwald-Kreis.
Es dürfte mit Ausnahme des Rundturmes zur gleichen Zeit wie beispielsweise die Schlösser in Jagsthausen oder Bödigheim erbaut worden sein.
Anlass für den Neubau des Schlosses war eine Erbteilung im Jahre 1564, aus der Johann Erasmus von Aschhausen und seine Gemahlin Anna Katharina von Aschhausen, geb. von Reinberg als neue Eigentümer des Gutes Merchingen hervor gingen.
In verschiedenen Bauabschnitten wurde das Gesamtgebäude (Saalbau, Eckbau, Torbau und Wohnbau) in einer Bauzeit von  ca. 27 Jahren erstellt.
Die erste Jahreszahl 1566 findet man über einem Kellereingang des Eckbaues.
Das Wohngebäude wurde nachweislich 1574/76 abgezimmert.
Über dem Haupteingang (Torbau) findet man die Bauvollendungsjahreszahl“ 1593 mit dem Allianzwappen der Familien Aschhausen und Rheinberg und der Inschrift (Verflucht sei dess Blut, der vertut das Gut).
Aus der Ehe des Gutsherrenpaars gingen drei Töchter hervor, die das Gut zu gleichen Teilen erbten.
Die Tochter Maria Brigitta von Aschhausen vererbte an ihre drei Töchter ihr Drittel, so dass nun jede Enkelin 1/9 am Besitz von Merchingen besaß.
Die Enkeltochter Marie Jakobe vermählte sich nun mit Johann Wolfgang von Berlichingen, der im Jahre 1649 begann die verstreuten Neuntel zu erwerben.
Dessen vier Söhnen wiederum gelang es schließlich im Jahre 1709 die letzten Neuntel zurück zu kaufen, so dass für die kommenden 250 Jahre das Gut Merchingen den Herren von Berlichingen gehörte.

In den Jahren von 1714 – 1717 fanden unter Johann Friedrich von Berlichingen und seiner Gemahlin Juliane von Gemmingen aufwändige Umbaumaßnahmen statt; die Saalbauten sowie die Wohnbauten wurden aufgestockt.

Im Jahre 1964 tauschte die Gemeinde Merchingen den Saalbau und die entlang des Schlossgartens befindlichen Wirtschaftsgebäude gegen ca. 4 ha Wald. Die Wirtschaftsgebäude (Scheunen und Stallungen) wurden 1965 abgebrochen.

Der 1982 durch Ortsvorsteher Emil Otterbach gegründete „Förderverein Schlossausbau“ renovierte sukzessive die Saalbauten und baute, nachdem 1995 die Gemeinde Merchingen den Tor und Eckbau erworben hatte, diese Gebäudeteile zu einem Schlosshotel um.

Der Wohnbau steht nach wie vor im Eigentum der Herren von Berlichingen. 
 

Der Rundturm

Vermutlich war Merchingen dem Namen nach um 500 n.Chr. eine alemannisch bäuerliche Sippensiedlung, die im fruchtbaren und feuchten Kessachtal sesshaft wurde (-Merch ---Moor/Sumpf--- / -ingen ---übliche alemannische Endung---).

 Das Dorf „Merchingen“ wurde 1188 erstmals urkundlich erwähnt.

Im Jahre 1303 begegnen wir bereits einem Ortsadel, nämlich den Herrn von Aschhausen.

Seinerzeit kreuzten in diesem Rittergut drei bedeutende Handelsstraßen:
- Von Frankfurt und Miltenberg über Merchingen ins Württemberger Land.
- Von Frankreich und Mannheim über Merchingen ins Württemberger Land und nach Würzburg.
- Von Würzburg über Merchingen nach Heilbronn, Stuttgart und weiter in die Schweiz
   (die sogenannte „Sachsenstraße“).

So spielte Merchingen für den Handel in der Zeit von Krieg, Fehde, Raub und Zerstörung keine unbedeutende Rolle. Und so überrascht es auch nicht, dass zu dieser Zeit bereits am Standort des heutigen Schlosses eine Ritterburg stand von wo aus das Treiben der Händler geschützt, überwacht und kontrolliert wurde.

Nach dem Zerfall und dem Abbruch der alten Burg blieb einzig und allein dieser Rundturm mit seinem wohl auch noch zu dieser Zeit wichtigem Verließ übrig.

An diesen Turm wurde das gesamte Schlossgebäude angebaut, wobei mit großer Wahrscheinlichkeit Teile, wie beispielsweise Kellerfenster, die spätgotische Formen (12./13. Jahrhundert) besitzen, wieder verwendet wurden.

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